Di, 26. Mai 2026, 20 Uhr
Kultursaal, Eppan an der Weinstraße, München
BACH – SCHUMANN – GRIEG
Praeludien und Fugen, Kreisleriana, Lyrische Stücke
Mikhail Pletnëv Klavier
Karten zu 40 Euro und 26 Euro (ermäßigt) sind unter mail@musicae.eu erhältlich,
wie auch unter KulturKontakt Eppan,
oder an der Abendkasse.
PROGRAMM

Johann Sebastian Bach
Praeludien und Fugen, BWV 874, 861, 884, 867
Robert Schumann
Kreisleriana
Edvard Grieg
Fedrelandssang (aus: Lyrische Stücke, op.12/8)
Berceuse (aus: Lyrische Stücke, op.38/1)
Sommerfugl (aus: Lyrische Stücke, op.43/1)
Elegie (aus: Lyrische Stücke, op.38/6)
Melodia (aus: Lyrische Stücke, op.38/3)
Smagfugl (aus: Lyrische Stücke, op.43/4)
Baekken (aus: Lyrische Stücke, op.62/4)
Hjemve (aus: Lyrische Stücke, op.57/6)
Valse impromptu (aus: Lyrische Stücke, op.47/1)
Bestemors menuett (aus: Lyrische Stücke, op.68/2)
Svunne dager (aus: Lyrische Stücke, op.57/1)
Sommeraften (aus: Lyrische Stücke, op.71/1)
Scherzo (aus: Lyrische Stücke, op.54/5)
Ensom vandrer (aus: Lyrische Stücke, op.43/2)
Notturno (aus: Lyrische Stücke, op.54/4)
Småtrold (aus: Lyrische Stücke, op.71/3)
BACH – SCHUMANN – GRIEG
Dass der Koloss von einer Musikerpersönlichkeit, eine Jahrhunderterscheinung wie Mikhail Pletnëv ausgerechnet in Eppan an der Weinstraße spielt, wirkt fast wie eine jener unwahrscheinlichen Modulationen, die man eher bei Robert Schumann als im Konzertkalender vermuten würde. Eine Ehre für den KulturKontakt Eppan ebenso wie für die gesamte Region. Pletnëvs Spiel – berüchtigt für seine idiosynkratische Freiheit, für jene Mischung aus aristokratischer Kühle und plötzlicher Intimität – verwandelt Programme in Erzählungen, die sich eigenen gewöhnlichen Logik entziehen.
So erscheinen die Präludien und Fugen aus dem „Wohltemperierten Klavier“ von Johann Sebastian Bach weniger als barocke Architektur denn als ein Labyrinth aus Spiegeln: Linien, die sich verfolgen wie Gedanken, die sich selbst belauschen. Pletnëv spielt Bach manchmal , als hätte Glenn Gould plötzlich beschlossen, zu träumen statt zu analysieren.
Der eigentliche Gravitationskern aber ist Robert Schumanns Kreisleriana – jene fiebrige Hommage an Johannes Kreisler, in der sich Genie und Exzentrik ununterscheidbar verschränken. Hier treffen sich durch eine tiefe Seelenverwandtschaft verbündete: Pletnëvs sein Spiel kennt wie Schumanns Musik keine stabile Identität, sondern oszilliert zwischen eruptiver Wildheit und fast unhörbarer Entrückung. Man könnte sagen, Pletnëv spielt nicht die Kreisleriana, sondern eine, die sich im Moment erst erfindet – wie ein Gespräch zwischen E. T. A. Hoffmann und einem späten, desillusionierten Romantiker.
Nach der Pause dann Edvard Grieg: Miniaturen, die bei diesem Ausnahmemusiker zu geheimen Tagebuchseiten werden. Diese scheinbar naiven Stücke kippen unter seinen Händen ins Unheimliche – als hätten nordische Landschaften plötzlich etwas von russischer Steppe, oder als würde ein Kinderlied sich erinnern, dass es einmal ein Klagelied war.
Karten zu 40 Euro und 26 Euro (ermäßigt) sind unter mail@musicae.eu erhältlich, wie auch unter KulturKontakt Eppan, oder an der Abendkasse.


